Ab in den Urlaub (Wohin reisen die Deutschen ?)

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16. Maj 2012 - autor: dschniemiecki

 

Die Deutschen und ihr Urlaub aktuelle Studien zeigen: Trotz krisengeschüttelter Jahre lassen sie sich ihre verdiente Auszeit nicht nehmen. Ob mit Auto, Bahn oder Flugzeug, Urlaub muss sein. Das war nicht immer so: Vor gut 60 Jahren konnte sich noch kaum jemand eine Reise ins Ausland leisten.

Ende der 40er-Jahre, nach den Entbehrungen der Nachkriegszeit, kam mit dem Wirtschaftsaufschwung auch der Wunsch nach ein klein wenig Luxus, Vergnügen und Erholung auf: Die Menschen wollten wieder verreisen.

Bella Italia wird in den Fünfzigern schnell der Deutschen liebstes Reiseziel. Wie kein anderes Land jemals wieder erobert Italien die deutsche Kultur: Caprihosen sind in, Italo-Dekor prägt den „Riviera-Stil“, Ravioli und Mirácoli halten Einzug in deutsche Küchen.

Die beliebtesten Schlager heißen „Capri-Fischer“, „Zwei kleine Italiener“ oder „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“.

Doch Mallorca holt bald auf! 1956 landet die erste deutsche Maschine auf der spanischen Mittelmeerinsel. 30 Passagiere sind an Bord. 1975 fliegen sieben Millionen nach Mallorca, 1995 kommen bereits 13 Millionen Deutsche auf die Insel.

Trotz zunehmender Angebote entwickelt sich der Urlaub für jedermann erst allmählich:

  • 1954 ist eine Reise noch nicht einmal für ein Viertel der Bevölkerung finanziell machbar.
  • 1962 sind es immerhin schon 30 Prozent der Bevölkerung, die sich einen Urlaub leisten können.
  • 2011 fuhren 53 Prozent aller Deutschen mindestens einmal pro Jahr in den Urlaub.

Aber wo geht die Reise hin? Und was war in den vergangenen Jahrzehnten der Trend?

50ER-JAHRE

Fernziele wie die USA sind unerreichbar, der deutsche Schlager bildet das Fernweh der Deutschen mit zahlreichen Liedern ab („Märchen von Tahiti“, 1949).

Doch das nahe Ausland wird erreichbar: Dank des Wirtschaftwunders reisen im Jahr 1953 elf Millionen Deutsche ins Ausland, 1955 sind es schon 28 Millionen.

Durch ein eigenes Auto mobil, wird Urlaub im eigenen Land öde, Reisen nach Italien sind angesagt. Gutes Wetter, niedrige Preise und das dolce vita versprechen einen Urlaub, wie man ihn sich vorstellt. Italien entwickelt sich zum Ferienparadies Nummer eins, das Land richtet sich auf Massentourismus ein.

60ER-JAHRE

Das Flugzeug wird Transportmittel für den Massentourismus. Hauptreiseziel neben Italien: Spanien, besonders Mallorca.

1963 bietet ein Reiseveranstalter die erste Weltreise an, 1964 gibt’s Ostafrika, 1966 Ceylon und Bangkok als Reiseziel.

Doch mit dem Auto reisen die Deutschen am liebsten, im eigenen Land, nach Österreich und Italien: 1967 gibt es etwa 14 Millionen Pkw in Deutschland. So viele Deutsche suchen die Adria heim, dass Orte wie Rimini bereits als „Teutonengrill“ bezeichnet werden.

1968 machen erstmals mehr Deutsche Urlaub im Ausland (51 Prozent) als im eigenen Land.

70ER-JAHRE

Urlaub gehört dazu: Seit 1973 macht die Mehrheit der Westdeutschen jedes Jahr eine Reise. Die Zahl der Pauschalreiseanbieter nimmt zu, der Preis für Urlaubsreisen dadurch ab. So werden Ferien inklusive Flugreise erstmals auch für Familien mit  Durchschnittseinkommen bezahlbar.

1971 fliegt weltweit erstmals ein Jumbo nur Touristen in den Urlaub: Condor bringt 366 Menschen nach Mallorca. Im selben Jahr schon erscheint das erste deutschsprachige Magazin auf der Insel.

Wer es sich leisten kann, macht Kur-Urlaub – am besten im Ausland, z. B. auf Ischia.

1976 kommen erste „Alternativ-Reiseführer“ mit Geheimtipps auf den Markt, die gegen den Massentourismus ankämpfen. Mit Erfolg: Aussteiger und Hippies entdecken die Baleareninsel Ibiza für sich.

80ER-JAHRE

Spanien löst Italien als meistbesuchtes Urlaubsland der Deutschen ab.

Mallorca wird zunehmend Ziel von Klubreisen, häufig Kegelklubs. Spanier nennen solche Urlauber „los Kegel“. Sangria in Plastikeimern, Ballermann und Mitgröl-Lieder („Ich will heim zum Ballermann“) prägen das zunehmend schlechte Image der Balearen-Insel.

Doch die Marktmacht von Spanien und Italien bröckelt, Fernziele wie die Dominikanische Republik und die Türkei boomen und werden erschwinglich.

Kluburlaub wird zum neuen Trend: Unterhaltung und Versorgung rund um die Uhr werden gerade für Familien zur begehrten Reiseform.

Aber auch Abenteuer- und Erlebnis-Urlaub fassen in Deutschland Fuß. Angeboten werden Trekking-Reisen (Anden, Lappland, Himalaya, Kilimandscharo), Survival-Training, etwa in Alaska, oder Reisen mit Schlafkammerbussen für ältere Urlauber, etwa in die Sahara.

90ER-JAHRE

Die Nachfrage nach Pauschalreisen wächst zwar beständig, und dennoch: sanfter Tourismus ist das Schlagwort des Jahrzehnts. Neben den Bettenburgen entsteht auch der Wunsch nach unberührter Natur und fremder Kultur.

Spanien ist und bleibt das Auslands-Urlaubsland Nummer eins der Deutschen. Neben Mallorca legen nun auch die Kanarischen Inseln deutlich zu. So hat etwa auf Gran Canaria die Bettenzahl seit 1988 von 90 000 auf fast 200 000 Anfang der Neunziger zugenommen.

Verlierer sind die Länder Ex-Jugoslawiens durch den Kroatien- und Bosnienkrieg sowie Israel, Ägypten, die Türkei und Zypern, auf die sich die Golfkrise auswirkt.

Ende der 90er-Jahre wird Bulgarien mit seinem Gold- und Sonnenstrand als neues Ziel entdeckt, das sich nach der Wende nach und nach auf internationalen Tourismus eingestellt hat.

2000-2009

Globalisierung, Digitalisierung (die meisten buchen ihren Urlaub online) und Billigflieger geben die Richtung an.

Und Katastrophen: Durch den 11. September 2001, Terroranschläge, Irakkrieg, Tsunami, Vogel- und Schweinegrippe sowie die aktuelle Finanzkrise gerät die heile Urlaubswelt ins Wanken.

Der Anteil an Auslandsreisen bleibt seit Jahren konstant bei etwa zwei Dritteln, Spanien ist weiterhin das beliebteste Urlaubsland.

Der neue Trend der Dekade: Kreuzfahrten. Sie können seit rund zehn Jahren fast jährlich zweistellige Zuwachsraten verzeichnen, sind einigermaßen bezahlbar und haben durch die Themenvielfalt auch für jeden Geschmack etwas an Bord.

Auch Deutschland erfährt ein Comeback als Reiseziel: Waren im Jahr 2000 nur rund 31 Prozent in der Heimat im Urlaub, gehen die Zahlen seitdem wieder nach oben.

WORTSCHATZ:

krisengeschüttelter – pogrążony w kryzysie

verdiente Auszeit – zasłużona przerwa

sich etwas leisten – pozwolić sobie na coś

die Entbehrung – niedostatek

der Wirtschaftsaufschwung – ożywienie gospodarcze

das Vergnügen – przyjemność 

erobern – zdobyć

Einzug halten – zagościć

der Schlager – hit (np.muzyczny)

allmählich – stopniowo

die Bevölkerung – społeczeństwo

finanziell machbar – wykonalne finansowo

unerreichbar – nieosiągalny

angesagt – modny, na topie

öde – opustoszały, nudny

ankämpfen – walczyć z kimś/czymś

prägen – charakteryzować, kształtować

bröckeln – kruszyć się, odchodzić od czegoś

erschwinglich –  przystępny, osiągalny

rund um die Uhr – całą dobę

begehrt – pożądany

Fuß fassen – zapuszczać korzenie, zadomowić się

zulegen – dokładać, wzrastać

zunehmen  – wzrastać

der Verlierer – przegrany

die Wende – przemiana

ins Wanken geraten – zaczynać się chwiać, tracić grunt pod nogami

die Kreuzfahrt – rejs

Quelle: http://www.bild.de/reise/deutschland/urlaub/reisen-der-deutschen-urlaub-ueber-jahrzehnte-trends-23964686.bild.html http://www.bild.de

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